Hallo Freunde!!
Jetzt haben wir unser erstes richtiges Bienenjahr hinter uns gebracht.

Wie ich schon geschrieben hatte, sind wir letztes Jahr mit sechs Völkern in den Winter und mit gleicher Anzahl auch wieder raus.
Einiges von diesem Jahr habe ich ja schon geschrieben. Die Erfahrungen die wir in diesem Jahr gesammelt haben, würden Bücher füllen. Klar haben wir auch einiges an Lehrgeld zahlen müssen, aber das Positive überragt das bei Weitem.
Die Völkerentwicklung im Frühjahr war so rasant, das wir es zwischenzeitlich auf 19 Völker ( ich bezeichne jetzt mal die Jungvölker auch als Völker, die aber selbstverständlich anfangs deutlich kleiner sind, als ein Altvolk ) gebracht hatten.
Hier mal der Blick auf eine Wabe eines Jungvolkes. Mit dem gelben Plättchen, das ist die Königin. Die Markierung dient zwei Zwecken, zum einen dem leichteren Finden im Volk, zum anderen der Identifikation aus welchem Jahr die Königin ist. Die Farbe wechselt jedes Jahr, so wie z.B. auch beim Federvieh.
Hinzu kam, das uns zwei Schwärme abgehauen waren, die nicht mit in der Rechnung sind. Zwei Königinnen, die wir außerhalb an einem Teich stehen hatten, waren plötzlich verschwunden, wo ich Diebstahl auch nicht ganz ausschließen kann. Eine Königin war nicht befruchtet und auch zu Hause war eine plötzlich nicht mehr da. Kann durchaus gequetscht worden sein bei einer Durchsicht des Volkes. Letztendlich habe ich sechs Jungvölker an meinen Schwager abgegeben, eines hat der Sohn eines Forenmitgliedes bekommen, sodaß jetzt noch neun Völker in meinem Garten stehen.
Insgesamt habe ich fast 240 kg

Honig geschleudert.
Nachdem so Anfang bis Mitte Juli der letzte Honig entnommen wurde, beginnt sofort die Vorbereitung für den Winter. Das heißt, einfüttern und die Varroa-Milbe unter Kontrolle bringen. Wobei das Einfüttern der angenehmere Teil ist, sowohl für die Bienen als auch für uns. Das Einfüttern geht ganz einfach, drei Kilo Zucker in zwei Liter lauwarmen Wasser auflösen und in die obere jetzt leere Beute stellen (da, wo vorher die Honigwaben drin waren) , ein paar Korken rein als Krabbelhilfe damit sie nicht ertrinken, Deckel drauf, fertig. In 24 Stunden

ist der Eimer leer und der Zucker in die Waben als Winterfutter eingelagert. Das wird solange wiederholt bis ca 20-25 kg Zucker im Volk sind, je nach Größe des Volkes.
Nun noch zur Varroabehandlung. Die einzige effektive Methode die kleinen ca. 1mm großen Parasiten unter Kontrolle zu halten ist die Behandlung mit Ameisensäure während der Brutzeit und Oxalsäure während der brutlosen Zeit im Dezember. Da es sich um Lebensmittel handelt sind nur diese beiden organischen Säuren zugelassen. Und auch nur in der trachtlosen Zeit. Würde man das während der Honigzeit machen, wäre der Honig sauer und würde danach schmecken.
Zum Behandeln gibt es verschiedene Methoden, das Prinzip ist immer das gleiche. Die Säure muß in ausreichender Menge in der Beute verdunsten. Ich benutze einen neu entwickelten Verdunster, wo die Säure aus der Flasche über einen Docht auf das darunter liegende Vliestuch tropft und anschließend verdunstet.
Die Bienen suchen sofort das Weite nach unten in die Waben, (wer schon mal Ameisensäure gerochen hat, der weiß warum, die brennt fürchterlich in der Nase) die Säure ist schwerer als Luft und sinkt ebenfalls nach unten und tötet die Milben ab. Aber auch alle durch die Milben geschwächten Bienen sterben ab, es ist ein trauriger Anblick wenn vor der Kiste die toten Bienen liegen. Die toten Milben fallen durch das Bodengitter auf eine eingeschobene Schublade, wo sie dann gezählt werden. Übrigens ist dieses Gitter das ganze Jahr auf, Bienen wollen einen warmen Kopf und kalte Füße. Die kleinen schwarzen Punkte, das sind die Milben, der Rest ist Gemüll aus Wachs und Pollen usw. Der Milbenfall ist total unterschiedlich, je nachdem wie stark ein Volk belastet ist. Bei mir waren es zwischen 30 und 850 pro Behandlung und Volk. Behandelt wird mindestens zweimal, bei starker Belastung auch dreimal. Man hat auch schon Berichte gelesen, wo mehrere Tausend

gefallen sind.
Soweit noch ein kleiner Rückblick auf die letzten Wochen. Jetzt ist Ruhe eingekehrt, die Immen nutzen die letzten warmen Tage bevor sie sich zur Wintertraube zusammenkuscheln und hoffentlich im nächsten Frühjahr wieder munter durch meinen und nicht nur meinen Garten fliegen.
Klar, man braucht Zeit, die Eisenbahn kommt etwas kürzer. Aber es ist sehr interessant. Man bekommt einen ganz anderen Blick auf die Wunder der Schöpfung, welch Genialität hinter diesem kleinen Geschöpf steckt.
Traurig ist nur, das ein Überleben der heimischen Honigbiene nur durch unser aktives Mitwirken möglich ist

, ohne die Behandlung der Milbe kann kein Volk auf Dauer überleben. Wobei das Volk nicht an der Milbe stirbt, sondern an deren Auswirkungen. Die Schwächung der einzelnen Biene, wobei die Biene ihre Abwehrkräfte verliert und dann Viren, Pilze und Bakterien einen leichten Eintritt haben.
Ich hoffe man versteht jetzt, warum der Honig aus Deutschland vielleicht etwas teurer ist, ich selber gebe das 500g Glas für 4 Euro ab, als der aus dem Supermarkt, der aus Südamerika oder China importiert wird.
Vielleicht fragt man sich, warum der in den Flaschen nicht fest wird? Ganz einfach, der wird unter Hochdruck gefiltert, alles was den Honig eigentlich ausmacht, ist im Prinzip rausgefiltert. Was noch drin ist, ist im Prinzip Zuckerwasser.
Deshalb auch meine Bitte an Euch: Wenn ihr Honig kauft, kauft ihn beim Imker!!! Und wenn im Supermarkt, dann achtet darauf, das er aus Deutschland kommt. Bei vielen Gläsern steht drauf: "Eine Mischung aus EG und Nicht EG Ländern"
Damit wir noch lange diese kleinen Kerlchen bewundern können.
