Hallo zusammen zum zweiten,
bevor ich mit meinen Eindrücken des eindruckvollen Tages euch erdrücke

, erst einmal tolle Aufnahmen Moritz und Sven!
Sven hat geschrieben:
Los ging es heute früh bei -10°C ein Stück südlich von Villingen mit 58 311. Leider lief die Zuführung dieses Zuges lichttechnisch arg ungünstig, aber da ich ein Faible für die G12 habe, bin ich dennoch zuerst auf diese Fuhre los.

Uns´ Tobi war auch gleich zur Stelle, so dass wir diese geniale Lichtstimmung hier gemeinsam eingefangen haben:
So ähnlich sieht das bei mir auch aus, daher kein Bild.
Wie der Sven ja schon schrieb hatte da wohl irgendetwas nicht funktioniert in Villingen, weswegen der Dampfzug nicht pünktlich kam. Nach längerem Warten kam 58 311 aber doch angedampft.

Im wunderbaren brechharten Wintergegenlicht erstrahlt der Zug von der Seite.

Vor Hasslach dampfen 41 018 und der edle Renner 01 202 Hausach entgegen.

Wenig später die beiden andern Dampfer neben der Kinzig.
Dann kam es zur Parallelfahrt, die eigentlich, zumindest auf meinen Bildern keine war. Dank geht auch noch an Joachim Schmitt vom Rio Grande Viedeoverlag der sich auf rücksichtsloseste Weiße absolut dreist noch kurz vor der Durchfahrt der Züge mitten ins Bild stellte.

Ähnlich wie beim Sven hatte es gerade noch so geklappt mit einem Bild des zweiten Sonderzuges.
Wir fuhren dann weiter nach oben an die Steigung.
Riiiing, riiiing, riiiing die Ampel färbt sich von orange auf rot, die weiße roten Schrankenbäume beginnen sich zu senken, ein Blick über die vor mir liegende Überleitestelle Niederwasser und durch den darauffolgenden Tunnel, verraten schnell den Grund, vor dem Tunnel noch, steht 052 740-2 der Ulmer Eisenbahnfreunde mit ihrem Sonderzug Hausach Villingen . Der Heizer hat schon eine ganze weile immer wieder frische Kohle in den unzusättigenden Bauch der großen schwarzen Lokomotive gefüttert. Der Kesseldruck steigt unaufhaltsam an, die Sicherheitsventile beginnen zu zischen, immer noch blickt mein Auge durch den Tunnel der sein schwarzes Maul ganz weit aufreist, in den 052 740-2 gleich verschwinden wird, ehe sie auf der andern Seite wieder aus der Dunkelheit hervorkommt. Die Hektik der letzten Minuten ist verflogen, das monotone ring, ring, ring der kleinen Schrankenanlage ist das einzige was für wenige Sekunden zu hören ist. Jeder der zahlreich anwesenden Eisenbahnfans wartet gebannt auf das Finale Furiose, die Anfahrt in Mitten der halsbrecherischen brachialen Steigung umgeben von Wald einer Lichtung einem Bauernhof, mitten in Deutschlandsmittelgebirge dem Schwarzwald, wird die 50er gleich die Erde zum beben bringen, es gilt sechs volle besetzte Personenwagen in Fahrt zu bringen. Wenig später wird das beruhigende klingeln durch ein tiefes tuuuuut unterbrochen, es geht los, Regler auf, fahrt frei für ein Spektakel der besonderen Art. In Zylinderabdampf gehüllt kracht die Maschine, los, langsam sehr langsam setzt sich der Zug, der sich aber nur zu erahnen lässt, der dichte Qualm hüllt ihn gänzlich ein, in Bewegung. Kurz darauf tauchen die Augen der Lok in den Tunnel ein. Es hat etwas gefährliches, wenn nicht sogar bedrohliches die hellen Lichter, der dunkle Tunnel, Dampf weicht zur Seite, der Klang der Maschine wird wie durch einen Trichter aus dem Tunnel gedrückt, die Dampfmaschine stampft näher und näher, es wird lauter, Funken fliegen im Tunnel und beleuchten den Dampf für Bruchteile von Sekunden, das Dampfross kommt immer weiter und näher, das krachen nimmt zu, der Tunnel scheint zu explodieren, bis sich der erste Auspuffschlag in Richtung Himmel streckt, Tageslicht empfängt den Zug wieder es wird lauter und lauter, das Konzert wird zu einem Feuerwerk, die Maschine gibt alles um an Geschwindigkeit zu gewinnen, die Weichen werden überfahren, das donnern kommt immer näher, bis die Lok neben mir ist, der Boden erzittert, der Heizer öffnet im selben Moment die Feuertüre um Kohle nachzulegen. Die Auspuffschläge knallen in diesen Sekunden extrem laut neben mir, das Gewitter zieht vorüber, der Höhepunkt des gigantischen Schauspiels ist fast vorbei, wieder ein tiefes tuuuuuuut, die Lok fährt in den nächsten, der 33 Tunnels ein, die Wagenschlange schlängelt sich an uns vorüber. Minutenlang steht der Dampf noch im Obergießtunnel. Die Schranken öffnen sich wieder, das riiiing, riiing, riiiing ertönt nicht mehr, lediglich der Geruch von Dampf liegt noch in der Luft.
Noch ein Bild dieser imposantesten Anfahrt meiner bisherigen Dampflokerlebnisse:
Nachdem der erste Sonderzug ganz knapp verpasst wurde, kam auch bald der zweite daher.

Bei Nussbach konnte der Sonderzug mit 052 740-2 erneut abgepasst werden.

Am Abend ging es für 58 311 zurück nach Karlsruhe. Hier steht die Maschine in Villingen.
Gruß
Tobias