Mal wieder ein Update aus dem Honigstübchen. Wie angekündigt, haben wir am 20. abgeschleudert. Dank des hervorragendem Wetters und der sehr guten Lindenblüte waren die Honigräume diesmal sehr gut gefüllt. Mittlerweile hat jedes Volk schon 5 l Futter bekommen und im Moment läuft die erste Vorroabehandlung. Wobei wir schon beim Thema sind.
Auf unserem Honiglehrgang hat man uns beigebracht, das durch das sogenannte "Drohnenrahmenschneiden" man bis zu 80% der Milben ohne Medikament herausbekommen kann. Also werde ich euch mal zeigen, was das ist.
Wie ich schon gezeigt habe, gebe ich den Bienen ja Rähmchen mit den eingelöteten Mittelwänden. Im Frühjahr, so ab April, wenn das Brutgeschäft so richtig losgeht, hängt man dierekt an das Brutnest ein Leerrähmchen, so wie auf dem Bild.
Da die Bienen jetzt einen enormen Bautrieb haben, beginnen sie sofort mit dem Ausbau des Rähmchens, allerdings nicht mit den normalen Zellen, sondern mit Drohnenzellen. Warum das so ist, keine Ahnung

, aber es ist so, und ausschließlich Drohnenzellen, keine einzige Arbeiterinzelle war dabei. Damit ich das Rähmchen erkenne, hat es eine Markierung durch eine Reißzwecke, das ist wichtig....
Und jetzt kommt der entscheidende Faktor bei der ganzen Sache, die Milbe!!!

Die hat mittlerweile mitbekommen, das Drohnen 24 Tage brauchen, bis sie fertig sind. Im Vergleich, die Arbeiterinnen brauchen 21 Tage und die Königin sogar nur 16 Tage. Und das nutzt die Milbe gnadenlos aus, denn sie paart und vermehrt sich in der verdeckelten Zelle. Und weil sie bei den Drohnen 3 Tage mehr Zeit hat, vorzugsweise eben genau in diesen. Und jetzt kommt die Rache des Imkers, er nutzt dieses Phänomen wieder für sich und schneidet den fertig ausgebauten, d.h. wenn alle Larven verdeckelt sind, aus. Deshalb ist da auch kein Draht drin, der würde nur stören. In diesem Moment sind die Milben in den Zellen gefangen und man kann sie wunderbar aus dem Volk herausholen, das sieht dann so aus, die ausgeschnittene verdeckelte Drohnenbrut.
Und das richtet im Volk gar keinen Schaden an, weil auf den normalen Waben immer noch genügend Drohnen schlüpfen, die für die Harmonie im Volk wichtig sind und für die Begattung der jungen Königinnen vollkommen ausreichen. Und man erreicht noch weitere gute Nebeneffekte, man beschäftigt die Bienen und mindert etwas die Schwarmlust und man erhält vorzügliches Wachs.
Hier geht die nächste Sache weiter, die Frage, was macht man mit der Drohnenbrut? Ganz wichtig ist, man muß sie zunächst abtöten. Hier geht es weniger um die Drohnenmaden, sondern viel wichtiger um die Milben. Also steckt man die ganze Sache in eine Tüte und ab ins Gefrierfach, schon sind sie tot, erfroren....
Jetzt ist die Frage, was macht man danach? Da gibt es zwei Möglichkeiten, entweder wer Hühner, Tauben o. ä. hat, der kann die Maden verfüttern. Da ich nichts dergleichen habe, schmelze ich die Wabe mittels eines alten Dampfentsafter ein.
Gut, es ist nicht die schönste Arbeit, vorallem, wenn der Topf dann voller Tausender toter Drohnenmaden ist,

aber man erhält dann wunderbares Wachs, welches man dann weiterverwenden kann, z.B. zum Kerzengießen. Ich selber bevorzuge die etwas einfachere Methode, ich tausche das wachs im Fachgeschäft gegen neue Mittelwände ein, so wird das Budget etwas geschont. Die Wachsplatten sehen dann so aus.
Jetzt kommt die Schlußfolgerung, ob sich der ganze Aufwand lohnt. Auf alle Fälle!!
Da man in jede Brutzarge einen Rahmen gibt, kann man ungefähr alle 14 Tage einen fertigen Rahmen ausscneiden. So konnte ich in manchen Völkern 8 Drohnenrahmen entnehmen, das ergab schon einige Kilo Wachs. Und wie das erste Zwischenergebnis der Varroabehandlung verspricht, sind meine Völker schon vorher nur sehr leicht belastet gewesen, das ist ein gutes Zeichen für den kommenden Winter.
Man knn wirklich sagen, das konsequente Herausnehmen der Drohnenbrut ist ein wichtiger Baustein in der Varroakontrolle.