So Ihr Lieben!!
Heute Abend hab ich mal Zeit paar Zeilen zur Situation bzw. ein kleiner Rückblick auf die letzten Wochen der Trusetaler Honigstube zu schreiben. Die anhaltende Trockenheit und Hitzewelle ist ja in aller Munde und ganz ehrlich gesagt, haben wir eine so lange Trockenphase hier auch noch nicht erlebt.
Aber den Bienen kam das nicht ungelegen, wenn gleich sie doch nach der späten Kälteperiode von dem dann plötzlich einsetzenden Frühjahr förmlich überrannt wurden und nicht mit der gewohnten Volksstärke losstarten konnten. Das Ergebnis war, das viele Blüten in der näheren Umgebung unbesucht blieben, da eine Fülle im Angebot herrschte und man es sich aussuchen konnte, wohin man fliegen wollte.
Der Bien hatte es dann aber schnell aufgeholt und so sammelten die kleinen Kerle, was das Zeug her gab und durch das fast ununterbrochen schöne Wetter gab es auch keine Regenzwangspausen. Das hatte natürlich zur Folge, das sich die Honigräume rasch füllten und durch das trockene Wetter der Honig auch sehr schnell reif, sprich die nötige Trockenheit von teilweise unter 16% wassergehalt hatte. Und so konnten wir einen qualitativ hochwerigen wohlschmeckenden Frühjahrshonig schleudern, der rasch regen Absatz bei unseren lieben Stammkunden fand.
Dann, so ca. 2-3 Wochen früher als normal blühte die Robinie (fälschlich auch Akarzie genannt), extrem sehr. Die Gesamte Armada der Honigsammlerinnen hatte nur eine Flugrichtung, die Honigräume füllten sich wieder sehr rasch und wir konnten einen leckeren Robinienhonig schleudern, der die Eigenschaft hat, sehr lange flüssig zu bleiben.
Bis hier hin waren wir hoch auf zu frieden. Einzig die Schwarmstimmung ließ sich nicht in den Griff zu bekommen, so das wir täglich bis zum Dunkelwerden an den Völkern zu tun hatten. Wir waren ja mit zwölf Völkern aus dem Winter gestartet, leider stellte sich raus, das 12 Stück für uns einfach zu viel sind. Um der ganzen Sache Herr zu werden, sahen wir uns gezwungen aus manchen Vökern einfach die Königin herauszunehmen, zu warten bis durch den natürlichen Totengang der Arbeitsbienen (nach ca. 6 Wochen Lebenszeit) die Volksstärke dann so weit abgenommen hatte, um dann zwei Völker zu vereinen, sprich aus zweien ein Volk zu machen. Nun sind wir auf unserem Wunschmaß von acht Völkern.
Die Linden blühten auch extrem stark, doch man weiß aus Erfahrung, das sie in trockenen Jahren dann keinen Nektar erzeugen. Und trotzdem füllten sich die Honigräume ein drittes Mal!!!
Wir konnten es uns nicht erklären, was die Mädels da reinholten, tippten eventuell noch auf die Himbeere/Brombeere. Aber in so einer Menge, das war außergewöhnlich!!
Beim 3. Schleudern kam dann die große Ernüchterung!!! Wir hatten ZEMENTHONIG in den Waben!! Tja, was ist Zementhonig? Das ist Honigtauhonig von der Gr0ßen Schwarzen Rindenfichtenlaus, anders gesagt, eine spezielle Sorte vom Waldhonig.
Das blöde ist nur, dieser Honigtau enthält einen großen Anteil von Melizizose Zucker. Ein sehr grob kristalliner Zucker, der die Eigenschaft hat, sehr schnell extrem hart auszukristallisieren.

Jedenfalls ist das Zeug knoppelhart in der Wabe und geht nicht mehr raus und wenn er noch nicht ganz hart ist, geht das was man noch rausschleudern kann, dann nicht mehr durch das Sieb.
Jetzt könnte man ja denken, okay laß alles drin als Winterfutter!! Doch weit gefehlt, die Bienen können den Honig im Winter nicht fressen, da sie zum Auflösen Wasser benötigen und da kommen sie im Winter nicht dran, da sie ja nicht rausfliegen wegen der kalten Temperaturen.
Die nächste Frage die entsteht: Was würde in der Natur passieren? Nun, ganz einfach, in der Natur wären die Waben ja wegen des guten Frühjahr schon voll und der Bien stellt das Sammeln ein. Der Frühjahrshonig ist perfekt fürs Überwintern geeignet. Ich hab ihn allerdings entnommen, die Bienen merken, das das Futter fehlt und fangen an zu sammeln, was eben gerade zur Verfügung steht. Und da sind wir wieder bei der lang anhaltenden Trockenheit: Da freuen sich ja bekanntlich die Blattläuse drüber und vermehren sich reichlich. Und eben auch die Große Schwarze Fichtenrindenlaus!!!
Einfach dumm gelaufen!!
Tja was nun machen mit den ganzen Waben voller festen Honig? Es soll ein paar sehr aufwendige Methoden geben, den Honig zu gewinnen. Für uns nicht durchführbar, weil zu aufwendig. Also haben wir alle Waben, wo das Zeug drin war entnommen und in userem Wachsschmelzer ausgeschmolzen, das waren so um die 200 Waben!!! Den ausgeschmolzenen Honig, denn der Wird bei Erhitzen ja wieder flüssig, kann man ja auch nicht verwenden, zum ersten ist mein Wachsschmelzer ja nicht steril, zum andern verliert Honig ja bei über 40 Grad seine Enzyme und wäre dann nur noch als Back oder Teehonig zu verwenden.
Wir haben dann so über den Daumen gerechnet Honig im Wert von ca 1000 Euronen in den Abfluß gekippt!!!
Hätten die Bienen nicht gesammelt, hätten wir ja auch nichts gehabt, so haben sie gesammelt, wir haben zwar auch nichts, hatten aber jede Menge Arbeit!! Einfach dumm gelaufen. Letztendlich sind wir selbst dran schuld, weil wir ihenen den Frühjahrshonig genommen haben und sie ja nicht wissen, das ich sie danach wieder füttern würde.
Ob nun an der ganzen Misere der lang anhaltenden Trockenheit auch ein wenig der Klimawandel mit dran Schuld ist und letztendlich jeder Einzelne von uns auch, das kann dann jeder für sich selbst im privaten entscheiden.
So viel bis hier her. Zusammenfassend kann ich sagen, das Frühjahr war sehr gut, dann kam das böse Erwachen. Hätten wir den Honig verwenden können, dann hätten wir bei den sehr guten Völkern 80 kg pro Volk gehabt, was weit über dem liegt, was in den letzten Jahren aus der Schleuder gelaufen ist.
