
Ich fange hier mal einen neuen Thread an, da ein neues Projekt im Südharz begonnen hat, über das ich hier berichten möchte.

Das Projekt "Harz ´87" ist keine Erweiterung oder Neuerung vom bekannten Hartz 4, sondern es handelt sich um eine Modellbahnanlage. Wie man am Namen unschwer erkennen kann, ist das Thema der neuen Modellbahnanlage die bekannte Schmalspurbahn im Harz im Maßstab 1:87.
Enstanden ist die Idee bei meiner Geburtstagsfeier im Jahr 2011. Mein Bruder, Marko und ich hatten gerade ein paar gemütliche Bierchen getrunken, als wir das Thema Modellbahn drauf hatten. Einer von uns meinte: "Normalerweise müßte man zusammen eine Modulanlage bauen, die man auf Ausstellungen zusammen präsentieren kann."


So nach und nach machte sich jeder Gedanken, was er eigentlich bauen möchte. Fest stand nur, dass es eine Modulanlage werden soll, die man beliebig aufbauen kann, ohne einen festen Aufbauplan einzuhalten. Nachdem einige Literatur gewälzt und im www umhergeschaut wurde, stolperten wir mehrmals über die Fremo-Norm. Allerdings haben wir uns nun geeinigt, dass wir nicht zu 100% nach Fremo bauen, sondern habe einige Dinge verändert oder ganz weggelassen, So dass man die Module auch mal gedreht einbau kann.
Nachdem sich jeder so seine Gedanken gemacht hat, steht nun auch schon so grob fest, was gebaut werden soll. Mein Bruder hat sich für den Bahnhof "Eisfelder Talmühle" entschieden und ich schwankte zwischen Stiege und Hasselfelde. Meine Wahl fiel am Ende auf Hasselfelde, weil dieser Bahnhof neben den vielen Rangiermöglichkeiten auch noch eine Einsatzstelle vorhanden ist, was in Stiege nicht ist. Bei Marko weiß ich es nicht genau, aber ich glaube er sagte neulich, dass er sich für den Bahnhof Straßberg entschieden hat. Die Streckenmodule werden "harztypisch" gebaut, also ohne konkretes Vorbild aber mit viel Landschaft. Die komplette Anlage soll die Harzer Schmalspurbahn in der Zeit 1983/84 bis 1992/93 wiedergeben, das ist also die Zeit vom Wiederaufbau der Selketalbahn bis zur Privatsierung der Schmalspurbahn. Hinzuzufügen ist aber auch, dass es sich nur um eine Modellbahn handelt und dass dann auch einige Kompromisse eingegangen werden, was den Gleisplan und auch die Fahrzeuge anbetrifft. So wird Hasselfelde z.B. nicht wie im Orginal ein Kopfbahnhof, sondern ein Durchsgangsbahnhof. Dadurch kann man die Anlage auch als Oval aufbauen und man braucht die Loks nicht immer an- und abspannen, was sich im Ausstellungsbetrieb mit den Rollwagen sicher als Hindernis darstellen würde.
Mit dem Projekt haben wir quasi bei "NULL" angefangen, denn bis auf viele Ideen, Vorstellungen und Erfahrungen aus vorhergehenden Modellprojekten hatten wir nichts. Mein Bruder Manuel interessierte sich immer nur für Modellautos in 1:87, aber mit Modellbahn hatte er bisher keine Erfahrung. Durch meine Fotografie habe ich es dann doch mal geschafft, ihn für die Eisenbahn zubegeistern.
An irgendeiner Stelle muß man aber mal anfangen.


Ein befreundeter Hobbymodellbahner bot mehrfach seine Hilfe an, die wir natürlich sehr dankend angenommen haben. Der 85-jährige Hermann (Zeitungsbericht über Hermann) besorgte Holz und sägte es für die Rahmen der Modulkästen nach unseren Wünschen zurecht. An einem Nachmittag schraubten wir die Modulrahmen zusammen und schon war der Grundstein gelegt. Nun hatten wir Modulrahmen für ca. 15m!!! Anlage, die jetzt so nach und nach bebaut werden wollen. Allerdings sind noch Rahmen für ein paar Kurvenmodule in Arbeit, das werden dann nochmal 3m.
Beim Gleissysthem entschieden wir uns für Peco, da dies zuverlässig sein soll und auch optisch ansprechend ist. Zur Probe hatte ich ein paar Weichen + Antriebe und ein paar Flexgleise gekauft. Nach einigen Experimenten beschloß ich, dass wir die orginalen Weichenantriebe nicht nehmen, da diese keine Endabschaltung und eine viel zu hohe Stromaufnahme haben. Eigentlich wollten wir die per Servo stellen, aber da würde der Antrieb pro Weiche bei ca. 25€ liegen und das ist mir um ehrlich zusagen etwas zuviel. Am Ende werden wir wahrscheinlich wieder bei den Antrieben von Conrad landen, denn diese funktionieren auf meinem Bw einwandfrei.
Ein großer Kostenfaktor bei dem Projekt ist die Anschaffung von Fahrzeugen. Da es das meiste nur von Kleinserienherstellern gibt, sind die Preise ziemlich hoch. Während man im H0-Sektor überlegt hat, sich eine Dampflok für 300€ zukaufen, so gilt das im H0m-Sektor selbst bei Bausätzen schon als Schnäppchen. Viel Auswahl an Herstellern hat man leider nicht, so dass einem die Hände gebunden sind. Das erste Fahrzeug bei Manuel war ein Personenwagen von Weinert mit alten Wagenkasten als Bausatz, den er sich Ende letzten Jahres kauft. Als nächstes kaufte ich einem Freund eine Neubaulok ab, die er mal zusammen baute und anschließend in die Vitrine stellte. Danach schoß mein Bruder bei Ebay günstig einen Bausatz der Mallet 99 5906, mit Versand und Nachkauf einiger Teile bei Weinert lag der Bausatz bei ca. 320€, bei Weinert würde der Bausatz stolze 509€ kosten. Man muß aber auch sagen, dass an die Qualität von den Kleinserienmodellen von Weinert nichts rankommt. Desweiteren bekam ich beim Bahnhofsfest in Wernigerode einen O-Wagen von Tillig und bei Ebay ersteigert ich dann nochmal 2 Personenwagen von Kehi.
Meine Neubaulok 99 7239:

Die Mallet 99 5906 und der Personenwagen von Manuel (inzwischen ist der Wagen schon fertig und die Lok fast fertig):

Der Wagen noch im unfertigen Zustand:

Die Inneneinrichtung des Wagens:

Die Modulrahmen wurden inzwischen fast alle weiter bearbeitet. So wurden erstmal die Beine hergestellt und anschl. die Bohrungen für die Beine und die Bohrungen an den Stirnseiten gemacht.

Angefangen habe ich mit 3 Kurvenmodulen, die ich zusammen schraubte und mit MDF beplankte. Auf diese viertel-Kurve ist eine kleine Ausweiche drauf gekommen, die man zur Not mal als Endstation nehmen kann. Dieser Haltpunkt ist aber ohne konkretem Vorbild.


Zwischendurch fanden immer wieder Probefahrten statt. Die Neubaulok erhielt inzwischen einen Decoder.

Nachdem dann die Stirnseiten fertig waren, wurde die viertel-Kurve lackiert. Wie schon weiter oben geschrieben kommt es uns darauf an, dass man die Module flexibel aufbau kann.

Nun ging der Landschaftsbau los. Hierfür verwendete ich Styrodor, das läßt sich besser bearbeiten wie Styropor. Nachdem dies in Form gebracht war, ging es ans gipsen ran.

Das letzte Bild zeigt den jetzigen Zustand der Ausweichstelle. Die geformte Landschaft wurde farblich behandelt, so das nach dem Begrasen keine hellen Stellen im Gras sind. Auf den Hügeln habe ich Waldboden "gesäht" und im Mittelteil ist normales Gras gepflanzt wurden. An einem Hang sind sogar schon die ersten Tannen gewachsen. Den Gleisköprer habe ich vorher noch gealtert. Dazu habe ich braune Abtönfarbe verdünnt und ein paar Tropfen Fit reingemacht und damit die Trasse gespinselt. Ich hatte dies erst an einer Stelle nur probiert und war aber von dem Ergebnis so begeistert, dass ich das dann auf dem ganzen Modul so gemacht habe. In der Ausweiche ist ein kleiner Mittelbahnsteig der Bauart "lose Schüttung" entstanden, der auf beiden Seiten durch Schienenprofile begrenzt ist.

So, dass soll nun für den Startbeitrag erstmal genügen. Ich hoffe nur, dass das nicht zuviel auf einmal war.

Ich werde Euch auf jeden Fall hier über die weiteren Baufortschritte des Projektes "Harz ´87" auf dem laufenden halten, aber nur wenn Intresse besteht.
Desweiteren würde ich mich über Kritik, Tipps und Anregungen freuen.

Wenn jemand noch etwas Rollmaterial in H0m passend zur Harzer Schmalspurbahn übrig hat, würde ich mich über eine Angebot freuen.
