Rückblick auf ein leben am Schienenstrang... (paar Bilder) Update: 2.3.19

Alles rund um die Fotografie allgemein und die Eisenbahnfotografie im speziellen.
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Matthias Schöck
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Rückblick auf ein leben am Schienenstrang... (paar Bilder) Update: 2.3.19

Beitrag von Matthias Schöck » 25.12.2018 18:38

Hallo,

aufgewachsen in einer richtigen Eisenbahner Familie hatte ich von Anfang an Kontakt zur Eisenbahn. Vom Fenster meiner Oma aus, hatte ich die Bahnstrecke (Dresden)-Bischofswerda-Zittau im Blick. Bei uns im Pulsnitzer Bahnhof kreuzten sich die Züge Kamenz-Arnsdorf... Schon im Kleinskind Alter gab es Fahrten beim Plandampf, im ICE1 und endlos lange Nachtfahrten in die "neue" Heimat Richtung Würzburg. Das ganze noch mit Lokwechsel in Erfurt und Kopf machen in Bebra... :shock:

Der Virus ist ca. 25 Jahre hängen geblieben, danach verabschiedete ich mehr und mehr von "meiner" Eisenbahn. Mittlerweile langt mir der tägliche Pendlerfrust...

Von ca. 2000 bis 2015 sind etliche Bahnbilder entstanden, am Anfang natürlich nicht vorzeigbar im laufe der Zeit aber doch ansehnlich. Da diese nun schon seit ettlichen Jahren nur noch auf den Festplatten schlummern, habe ich gedacht ich zeige hier mal einen "kleinen" Rückblick. Immerhin, war die Zeit an der Bahn durchaus schön und hatte ihre reize.

Ich werde in loser Reihenfolge mir ein kleines "Thema" aussuchen, dazu ein paar Zeilen schreiben und natürlich ein paar Bilder präsentieren, vielleicht so 5 Stk. pro Beitrag. Je nachdem, wie es passt.

Vielleicht schaut der ein oder andere ja ab und an mal hier rein. Viel Spaß, Matthias.
Zuletzt geändert von Matthias Schöck am 02.03.2019 18:24, insgesamt 4-mal geändert.
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Matthias Schöck
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Re: Rückblick auf ein leben am Schienenstrang... (paar Bilder)

Beitrag von Matthias Schöck » 25.12.2018 18:39

Anfangen möchte ich im Jahre 2012, genauer gesagt im April 2012 an der Strecke 340 Brno-Veseli nad Moravou-Vlarsky Prusmyk. Dort gab es damals noch ein kleines aber feines "Brillenparadies" im Berufsverkehr. Ettliche Loks in alten Sonderlackierungen aus dem Pp Brno und Kyjov, dazu Wagen im alten CD Lack, grün grau und Formsignale lockten Herscharen aus der ganzen Welt an. Jeden Freitag gab es es obendrauf noch zwei Zusätzliche Zugpaare mit Brille. Durch Verstärkungen und Zusatzzüge, wurden die VT woanders gebraucht!

Los ging es endlich am 26.04.2012. Über Nürnberg,Praha ging es in das Hotel nach Brno und gleich weiter nach Nemotice! Galt es doch "Kyjovska perla" 754 012 abzulichten. Die Lok war damals noch dem Pp (BW) in Kyjov zugeteilt und in persönlicher Pflege, zu dieser Zeit wohl DIE schönste im Lande... Da es die einzige Lok im Pp war ( :lol: ) hatte die Lok natürlich einen Umlauf und Stammpersonal. Früh ging es nach Brno und Nachmittags zurück, also jeden Tag um die 100km. Ab und an musste die Lok natürlich mal etwas intensiver gepflegt werden und blieb im DKV Brno, genau natürlich am 26.04... Als 754 062 um die Ecke bog, war der Tag natürlich gelaufen... Im Nachhinein, natürlich völliger Quatsch...

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Den nächsten Tag verbrachte ich dann an der Strecke 240, Brno-Jihlava. Dort gibt es Brillen im zwei Stundentakt und Nachmittag natürlich noch ein paar Verstärker! Herausgesucht habe ich mit 754 049, eine weitere Edebrille am Schnellzug nach Plzen!

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Am nächsten Tag ging es dann wieder früh nach Nemotice raus, galt es doch die beiden Brillenzüge gen Brno abzulichten. Stellvertretend im ersten Licht 754 037 an der Ausfahrt Nemotice, im ersten Morgenlicht.

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Nach einem Eis in Brno, ging es dann zum "Höhepunkt" über. Freitagnachmittag, 4 Brillen in 4 Stunden. Die CD lies sich an diesem Tage nicht lumpen! Najbrt, war an diesem Tag ein Fremdwort, man hat wirklich nur das beste auf Reisen geschickt. Zahlreiche Fotografen waren begeistert....

Los ging es mit 754 041 am Freitagszug, nicht mehr ganz Taufrisch aber trotzdem genial... Mittlerweile fährt die Lok im Einheitslack von Praha aus...
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Dann wurde es spannend, für den nächsten Zug gab es keine Informationen über den Lokeinsatz und Planmäßig müsste es eine modernisierte 750.7 sein. Pustekuchen, man schickte Einezlgänger 754 013, die Menge tobte. :gruebel:

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Nach einer weile kam doch 754 016 in grün/ grau dahergefahren, aber viel wichtiger war. Was macht 754 054? Sie sollte tatsächlich fahren... Mit dem astreinen Standardwagen natürlich.

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Die fehlende 754 016 gab es dann Samstag morgen zusammen mit dem EG in Nemotice.

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Danach ging es Glücklich und zufrieden heim...

Matthias
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Re: Rückblick auf ein leben am Schienenstrang... (paar Bilder)

Beitrag von Sven » 26.12.2018 10:26

Hi Schöcki,

das ist sehr sehenswert und eine sehr gute Idee! :yup:
Bin gespannt, was da noch kommt.

In der Geschichte erkenne ich mich teilweise durchaus wieder. Ich denke, dass die Pendelei in der S-Bahn auch ihren Teil dazu beigetragen hat, dass das Eisenbahnhobby schon seit ein paar Jahren nur noch auf Sparflamme köchelt... :nixweiss:

Viele Grüße
Sven :kaffee:
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Re: Rückblick auf ein leben am Schienenstrang... (paar Bilder)

Beitrag von Henning » 26.12.2018 13:24

Hallo Matthias,

das ist eine tolle Idee, ich freue mich auf weitere Beiträge :yup:
Gruß
Henning

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Re: Rückblick auf ein leben am Schienenstrang... (paar Bilder)

Beitrag von John Henry » 26.12.2018 18:22

Hallo Matthias,

der Beitrag gefällt mir sehr.
Das Eisenbahnhobby hat auch bei mir seine Höhen und Tiefen. Mittlerweile sind viele Begebenheiten, die noch die traditionelle Eisenbahn repräsentierten, nicht mehr da - Fahrzeugpark, Infrastruktur, Fotogelegenheiten usw. Das mindert dann das Interesse erheblich. Neulich habe ich auf eine Eisenbahnreise gar keine Kamera mitgenommen - früher undenkbar. Die Konzentration der Bevölkerung auf Ballungszentren tut ihr Übriges dazu. Der moderne Verkehrswegebau ist optisch meist wenig attraktiv. Was bleibt, ist die Erinnerung.

Gruß jhd
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Re: Rückblick auf ein leben am Schienenstrang... (paar Bilder)

Beitrag von Bahnfreund » 26.12.2018 19:06

Die Entwicklung geht natürlich immer weiter, oftmals nicht zum Vorteil für den Bahnreisenden oder auch für den Landstrich.
Das hat natürlich auch Auswirkungen auf das Hobby.
Mir fehlt auch oftmals die Motivation, an die Strecke zu fahren um dann nach stundenlanger Warterei mit leeren Händen dazustehen.

Ich habe dieses Jahr aber auch wieder die Möglichkeiten nutzen können, die sich mir boten, und ich denke mal, es hat sich auch gelohnt im Rückblick betrachtet.
Wie sich das in Zukunft entwickelt, kann natürlich keiner sagen, lassen wir uns einfach überraschen.
Fürs neue Jahr hab ich mir auch schon wieder neue Ziele gesetzt, auch wenn es nicht unbedingt der Alltagsverkehr auf der Heimatschiene ist, sondern neue Flecken auf der Landkarte.

Ich finde die Idee mit dieser Art von Rückblick natürlich auch nicht verkehrt.
MfG aus dem Südharz, Falk :wink:

Experte ist nur der, der vorher weiß, was hinterher falsch ist :idea:

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Re: Rückblick auf ein leben am Schienenstrang... (paar Bilder)

Beitrag von Matthias Schöck » 26.12.2018 19:43

Bevor der Stress wieder von vorn beginnt und das leben wieder seinen gewohnten Gang geht, gibt es ganz spontan einen weiteren Beitrag.

Wir schreiben das Jahr 2009. Kurz vor Ostern, steuerte die Obstblüte auf den Höhepunkt zu. Die Idee entstand, Ostersonntag zur Mainschlaifenbahn an die Vogelsburg zu fahren, denn der VT kam erst ein paar Wochen vorher von der Hu und hatte noch keine Werbung! Geplant war, das mich der mir bekannte Lokführer mich auf der Fahrt nach Volkach am Motiv rauswirft und auf dem Rückweg, nach 2-3 Fotos wieder einsammelt. Doch es kam etwas anders! Denn zwei Fotokollegen aus Dräääsdn, hatten die gleiche Idee und bestellten eine Fotofahrt von Volkach zur Vogelsburg raus... Mir war das zwar etwas unangenehm, das ich da nun "geschnorrt" habe, habe aber vorher absolut nichts von der Aktion gewusst. Aber die beiden waren sehr nett und hatten kein Problem das ich nun auch da bin. :!: :!:

Hier nun ein paar Bilder. Den Anfang macht ein Bild bei der Ausfahrt aus Prosselsheim, der Rest dann bei der Vogelsburg!

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@ Sven, John und Bahnfreund, interessant eure Sichtweisen. Ich konnte mich früher, an der Bahn immer neu motivieren. Irgendwann, vielleicht gegen 2011/12 viel mir das aber immer und immer schwerer. Vor der Haustür im Maintal brauchte ich gar nicht mehr fotografieren, das gab mir schön länger nichts mehr. Also ging es dann teilweise nach der Arbeit, in die Oberpfalz, für den damaligen Prager oder anderes. Doch auch da war recht schnell klar, das taugt nichts mehr. Also war Tschechien dran. Freitag nach der Arbeit hin, Sonntagabend wieder zurück Montag arbeiten. Half auch nur kurz, denn irgendwann hat das mit dem Dienstplan nicht mehr funktioniert. 2013/ 14 war dann endgültig Schluss mit der Fotografie und seitdem, köchelte das Hobby nur noch auf Sparflamme und ich war 2-3x im Jahr an der Strecke. Gefühlt, wird aber auch das ein Ende haben... Denn wie heißt es so schön. Es hat alles seine Zeit (und die ist irgendwann vorbei).

Gruß, Matthias.
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Re: Rückblick auf ein leben am Schienenstrang... (paar Bilder)

Beitrag von Matthias Schöck » 06.01.2019 13:18

Bleiben wir doch noch kurz bei Ostern 2009.

Der Dienstplan, passte 100% zum genialen Osterwetter und so ging es am Gründonnerstag in die Oberpfalz, an die Strecke Regensburg-Marktredwitz. Ziel waren u.a. der Alex, welcher damals noch ohne Dostos verkehrte, die alte Technik in Reuth bei Erbendorf und der Prager, welcher bereits auf dem absteigenden Ast war ...

Los ging es Karfreitag in Oberteich, ein unbekannter ER20 rauscht dem nächsten Halt Wiesau entgegen.
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Für den Alex am Mittag gen Regensburg/ München bezogen wir Position in Reuth bei Erbendorf. Dort gibt es auch heute noch Formsignale, das Motiv ist aber längst zugebaut und zugewachsen...
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Dann ging es zum Esig aus Richtung Süden. Denn zur damaligen Zeit, verkehrte auch noch der 4 Länderexpress Regensburg-Leipzig, zwar mit 612, aber er fuhr noch. Auch diese Verkehre sind längst Geschichte, das Motiv geht heute noch so...
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Den Tagesabschluss gab es dann in Oberteich, wo ein unbekannter 612 auf dem Weg nach Leipzig abgelichtet wurde.
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Ostersamstag, war der Schwerpunkt dann im Idyllischen Nabburg. Dort gibt es einen historischen Ortskern und Bahnanlagen die dazu passen... Ein perfektes Ambiente zum fotografieren. :)

Los ging es unterhalb der Stadtmauer. Abgelichtet wurde ein Alex nach München.
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Für den nachfolgenden Regionalverkehr ging es auf den Fußgängersteg am Bahnhof. Zur damaligen Zeit fuhr noch die Vogtlandbahn mit 642 auf dieser Strecke. Mittlerweile längst historisch...
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Für den nächsten Alex gen München ging es dann auf die alte Stadtmauer. Ein Motiv, welches heute auch zugewachsen ist.
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Der Heimweg führte mich dann über Schwandorf,aber nicht ohne einen Fotostop an der Einfahrt! Neben einem Alex nach München, welcher aus dem Werk bereitgestellt wird, gab es damals noch den "Prager" von Praha nach Nürnberg. Bestehend aus einer 218 und 4xAimz/ Bimz. Das Schicksal für den Zug war schon besiegelt, denn Regio hatte keine Interesse mehr an dem Verkehr und vergab die Leistung an den Alex. Wenig später wurde der Zuglauf Nürnberg-Praha dann komplett eingestellt.
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Zurück ging es dann mit dem 611 bis Nürnberg, auch das ist längst historisch...

Was sich in dieses 10 Jahren dort geändert hat ist der Wahnsinn..
- Der ALEX hat sein aussehen komplett gewandelt, vom klassischen Zug zum Rumpf RE mit 3 Wagen..
- Der 4 Länderexpress ist längs Geschichte
- Die Motive sind zugewachsen
- An den Prager erinnern nur noch Bilder und Erlebnisse im Kopf
- Die 611, welche Ende der 80er eine neue Ära im Regioverkehr einleuteten sind längst abgestellt. Vom Bogenschnellen fahren im damaligen 611 Netz ist man meilenweit entfernt...
- Damals war ich 19, heute ende 29... Wahnsinn wie die Zeit rennt
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Re: Rückblick auf ein leben am Schienenstrang... (paar Bilder) Update: 6.1.19

Beitrag von Bahnfreund » 06.01.2019 14:47

Eine sehr interessante Zeitreise hast du da heute aufgelegt.
Aber du hast recht, es ist Wahnsinn, wie die Zeit rennt, was sich mittlerweile alles verändert hat, egal wo man hinschaut.
MfG aus dem Südharz, Falk :wink:

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Re: Rückblick auf ein leben am Schienenstrang... (paar Bilder) Update: 6.1.19

Beitrag von Matthias Schöck » 09.01.2019 11:08

Mal ein "Tagesaktuelles Bild" vom 9.1.2009.

Anfang Januar hatte der Winter weite teile Deutschlands fest im Griff, denn es gab feinsten Ostwind. Glücklicherweise, hat es im Maintal vor Umstellung der Wetterlage auf Ost, ganz leicht geschneit. Nicht viel, aber immerhin gab es mal etwas Puderzucker... Am 9.1 war es dann endlich so weit. Weit und breit kein Hochnebel und Sonne. Dazu klirrender Ostwind...

Leider war der Verkehr an dem Tag sehr mau und das herumstehen war brutal. Aber immerhin, kam eine damals noch recht neue Crossrail 185 mit dem Arcesezug auf dem Weg nach Verona daher gefahren. Mein einziges Bild solch einer Lok in einem Outfit, welches mittlerweile auch schon wieder historisch ist.

Himmelstadt am 9.1.09
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